Sonntag, 18. Juni 2017

Die Heckenritter von Westeros - George R.R. Martin

Die Heckenritter von Westeros

Genre: Fantasy
Autor: George R.R. Martin
Verlag: penhaligon
Preis: 15€
Seiten: ca. 400
ISBN: 978-3764531225

https://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/Martin_GDer_Heckenritter__136273.jpg
Bildquelle 1, Bildquelle 2


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1.     Handlung: Das Buch spielt 100 Jahre vor den Ereignissen von „Das Lied von Eis und Feuer“. Der Knappe Dunk nimmt nach dem Tod seines Herrn, einem Heckenritter, sein Schwert an und möchte an einem Turnier teilnehmen. Doch dafür muss als Erstes sein Ritterstand bestätigt werden, allerdings kennt sich Dunk, oder Ser Duncan der Große, noch viel zu lernen, da er sich in der Welt der Reiche und Mächtigen kaum auskennt. Zudem fehlen ihn die Kontakte, das Geld oder die nötigen Umgangsformen. Dunk ist ein fähiger Schwertkämpfer, doch das alleine macht ihn nicht zu einem Ritter. Auf dem Turnierplatz macht er sich so mehr Feinde als Freunde. Er zieht nun mit seinem neuen Knappen durch ganz Westeros.
Das Buch fasst die drei erschienen Kurzgeschichten über die Heckenritter mit ein und ist somit in drei einzelne Bücher unterteilt.
2.     Schreibstil: Normalerweise ist der Schreibstil von Martin extrem bildlich und in ihm sind extrem viele Details enthalten. In diesem Buch verhielt es sich meiner Meinung nach ein wenig anders. Der Schreibstil war sehr viel flüssiger zu lesen und man hatte keine Probleme und musste keine Sätze doppelt lesen. Allerdings fand ich auch, dass dadurch ein wenig von der Authentizität von Martins verloren gegangen ist. Ich persönlich mag den „typischen“ Martin Schreibstil wirklich sehr gerne, aber ich weiß auch, dass ich damit in der Unterzahl bin. Somit ist das Buch eher Massentauglich. Ansonsten mochte ich
3.     Charaktere: Die Charaktere in „Das Lied von Eis und Feuer“ sind ja, wenn man sie im Gesamten betrachtet, eher von hoher Geburt. Natürlich gibt es auch in diesem Buch reichlich davon, aber unser Hauptcharakter Dunk ist von niederer. Dadurch sollte man sich eigentlich einfacher mit ihm identifizieren können und er ist auch sehr bodenständig und sympathisch. Allerdings fand ich seinen Knappen Ei irgendwie interessanter. Er hatte durch und durch den interessanteren Charakter. Im Grunde hat das der kürze des Buches kaum einen Abbruch getan, aber es blieb nicht so hängen wie ich es von Game of Thrones gewohnt war. Das lag aber vielleicht auch an der Story. Trotzdem fand ich das die Charaktere einen gut durch die Story geleitet haben. Nach Martin Manier gab es auch in diesem Band wieder viel über die Geschichte von Game of Thrones. Dabei werden auch unglaublich viele Targaryen Charaktere und Könige genannt, da wir uns noch in der Zeit befinden wo diese das Königshaus waren. Die Namen dieser sind sich alle extrem ähnlich und deshalb empfehle ich das Buch mit einem Stammbaum daneben lesen, oder einfach die Historie nicht vollkommen zu verstehen.
4.     Umsetzung: Die Umsetzung liegt in drei einzelnen Novellen vor, die allerdings eine absolut zusammenhängende Story ergeben. Das ist sehr bewundernswert. Allerdings ergibt sich kein extremer Spannungsbogen, da es immer um kleinere Dinge geht. Auch ständige Wiederholungen haben mich ein wenig genervt. Die Handlung war leider nicht so gut wie die der Hauptsaga. Allerdings ist sie eine nette Nebengeschichte, neben dem Meisterwerk. Man darf sich in diese Richtung also keine allzu großen Illusionen machen. Ein wenig habe ich in diesem Buch die Magie vermisst, Es gab keine weißen Wanderer, keine Drachen oder keine Blutmagie. Das gab die Story leider einfach nicht her.
5.     Cover: Das Cover ist so ähnlich wie die der Game of Thrones Bücher. Relativ schlicht gehalten, aber trotzdem sehr schön und irgendwie auch passend.
6.     Ende: Das Ende des Buches war irgendwie kein richtiges Ende. Das lässt auf einen zweiten Band oder wenigstens noch auf weitere Novellen schließen. Dadurch ging allerdings auch der Spannungsbogen über dieses eine Buch gesehen natürlich etwas verloren. Da man wahrscheinlich wieder lange auf das nächste Buch warten muss, hätte ich persönlich ein echtes Ende lieber gehabt.
7.     Bewertung:

1.     Handlung:           27 / 40
2.     Schreibstil:         12 / 15
3.     Charaktere:        13 / 20
4.     Umsetzung:          6 / 10
5.     Cover:                    4 / 5
6.     Ende                      5 / 10

                                                        67 / 100

Gesamtwertung:   6.7 P
Genrewertung:      7.5 P

Verlag Link: penhaligon Verlag

Donnerstag, 15. Juni 2017

Calendar Girl: verführt – Audrey Carlan


Calendar Girl: verführt

Genre: Liebesroman/Erotik
Autor: Audrey Carlan
Verlag: Ullstein Verlag
Preis: 13 €
Seiten: ca.360
ISBN: 978-3548288840

Bildquelle
1.     Handlung: Mia Saunders braucht viel Geld. Eine Million Dollar um ihren Vater zu retten. Dieser kann seine Spielschulden nicht mehr bezahlen und liegt im Koma, da er zusammengeschlagen wurde. Mia kommt also bei der Escort-Girl Agentur ihrer Tante unter. Dort kann man sie für 100.000 Dollar im Monat buchen. Sex ist ausdrücklich nicht Teil des Deals und wird extra abgerechnet. Doch als sie ihren ersten Kunden trifft, wirft sie alle ihre Vorsätze kurzerhand über Bord, denn es ist Wes und ein Monat voller Leidenschaft folgt. Doch eigentlich darf sich Mia gar nicht verlieben, da Wes nur Mr. Januar ist und im nächsten Monat ein anderer Mann folgt.
2.     Schreibstil: Der Schreibstil der Autorin ist mir nicht als schlecht aufgefallen. An vielen Stellen waren die Wortwechsel einigermaßen intelligent und durchaus witzig, sodass man laut lachen musste. Auch die Sexszenen waren gut...und vor allem lange...beschrieben. Wer das also nicht mag, für den ist dieses Buch definitiv nichts. Es ist ganz klar ein Erotikbuch, auch wenn der Klappentext etwas anderes vermuten lässt. Ansonsten war der Schreibstil nicht besonders, aber man konnte der Handlung zu jeder Zeit gut folgen. Absolute normal, aber über dem Durchschnitt.
3.     Charaktere: Die Charaktere kann ich jedoch überhaupt nicht loben. Erst einmal zum Hauptcharakter Mia: Mia wird und zuallererst als ein starke, selbstständige Frau vorgestellt, die ihre Freunde sehr schätzt und zudem ihre Familie liebt. Allerdings hat sie wenig Geld und muss dafür richtig schufen. Eine starke Frau also, die sich schwört nicht mit ihren Kunden zu schlafen. Doch sobald die Wes das erste Mal sieht, wird sie zu einer Sexbesessenen. Das passt einfach nicht zu ihrem Charakter und lässt ihn unschlüssig wirken. Danach verliebt sie nicht in Wes, doch ihre Beziehung besteht im Grunde nur aus Sex und nicht viel mehr. Doch sie muss ihn verlassen und trifft auf Mr. Februar, der genauso sexy ist, natürlich ist ihr ihre Liebe vollkommen egal und lässt sich sofort auf den Neuen ein und dieses Verlangen geht auch ganz klar von ihr aus. In dieser ganzen Zeit vergisst sie vollkommen ihre Freunde und auch mit ihrer Familie hält sie nicht gut Kontakt. Wieder widerspricht sich der Charakter in sich. Im März kommt Mias Charakter besser durch, aber ganz zufrieden bin ich irgendwie auch nicht damit gewesen, da der Fokus verschoben wurde, von Mia weg. Die anderen Charaktere sind relativ flach gehalten und nur hin und wieder blitzen andere Emotionen als Sex durch.
4.     Umsetzung: Im Grunde ist das Buch in drei Teile unterteilt in die drei Monate. Der Spannungsbogen soll dadurch aufgebaut werden, dass sich Mia schon im ersten Monat in ihren ersten Kunden verliebt und aufgrund dessen sich bei den anderen unwohl fühlt und eben immer nur an den Einen denken kann. Allerdings passiert das nicht, da man manchmal sogar denken kann, dass Mia Wes überhaupt nicht wirklich liebt, sondern nur den Sex liebt. Allerdings scheint Wes stärkere Gefühle zu haben, das macht Mia einfach zu keiner Sympathieträgerin und man kann sich nicht mehr mit ihr identifizieren, da sie unbegründete Entscheidungen trifft, die auch unlogisch wirken. Dadurch geht auch der Spannungsbogen verloren. Natürlich gibt es auch ein paar überflüssige Szenen vor allem auch im Erotikbereich. Das macht das Buch aber irgendwie auch Genrekonform. Allerdings hätte es dieses Genre auch ein wenig ausreizen können mit einer anderen Attitüde, die aber nicht durchkommt. Das ist sehr schade.
5.     Cover: Das Cover finde ich wunderschön und passt auch zu der Reihe.
6.     Ende: Das Ende hatte keine Überraschungen, da es ja auch wieder nur zum nächsten Kunden geht. Irgendwie ist das Ende dadurch eigentlich überhaupt nicht vorhanden. Das war irgendwie schade, aber ich fand auch gut, dass nicht wieder einer der typischen Cliffhanger eingebaut wurde. Aber natürlich verliert man auch ein wenig den Anreiz weiterzulesen. Irgendwie hatte ich leider das Gefühl, dass man viel mehr aus dem Buch hätte herausholen können.
7.     Bewertung:

1.     Handlung:           18 / 40
2.     Schreibstil:           8 / 15
3.     Charaktere:          5 / 20
4.     Umsetzung:         4 / 10
5.     Cover:                   5 / 5
6.     Ende                     5 / 10

                                                  45 / 100

Gesamtwertung:   4.5 P
Genrewertung:        6 P

Verlag Link: UllsteinVerlag

Dienstag, 6. Juni 2017

Paper Palace - Erin Watt


Paper Palace

Genre: Young Adult/Erotik
Autor: Erin Watt
Verlag: Piper Verlag
Preis: 13€
Seiten: ca. 400
ISBN: 978-3492060738

Paper Palace
Bildquelle

1.     Handlung: Reed und Ella sind widervereinigt und jetzt besteht die Gefahr, dass sie wieder getrennt werden. Reed wurde verhaftet, wegen des Mordes an Brooke, behauptet allerdings unschuldig zu sein. Zudem taucht Steven O’Halloran, Ellas totgeglaubter Vater, wieder auf. Ellas Leben wird also vollkommen auf den Kopf gestellt. Doch was wird aus Reed und gibt es in dieser Familie vielleicht noch mehr dunkle Geheimnisse? Was wird aus Ella und Reeds Beziehung und wer ist Steven O’Halloran als Person.
2.     Schreibstil: Der Schreibstil der beiden Autorinnen hat sich in der gesamten Reihe nicht zum schlechten und nicht zum besseren gewendet. Es werden nach wie vor viele vulgäre Wörter benutzt und zudem wird viel geschimpft. Das macht einen Großteil des Wortschatzes aus und die Figuren unterscheiden sich kaum darin.
3.     Charaktere: Auch sind die Charaktere nicht besonders tiefsinnig. Ich erwarte überhaupt nicht, dass die Charaktere besonders tiefsinnig sind, allerdings das sie in sich stimmig dargestellt sind.
Meiner Meinung nach ist Steven das größte Problem. Zudem wandeln sich die Familienmitglieder der Royals auch kaum. Vor allem Ellas Charakter hat sich komisch angefühlt und Reed nicht mehr verstanden. Das macht die gesamte Liebesgeschichte und der das Buch aufgebaut ist kaputt. Auch der Charakter Jordans ist daneben und falsch dargestellt, denn auch ein Bösewicht braucht immer auch eine gute Seite. Ansonsten ist er uninteressant.  Ich hatte also herbe Probleme mit Stevens und Ellas Charakter.
4.     Umsetzung: Die Umsetzung war in den anderen Büchern immer sehr knackig aufgrund der kurzen Kapitel. Das habe ich leider ein wenig vermisst. Die Abwechslung durch die wechselnden Sichten der Kapitel fand ich besser gelungen als in den vorangegangenen Büchern. Schade war, dass die Handlung vollkommen vorhersehbar war. Es gab keine Überraschungen und der Plottwist war keiner. Dadurch ist auch der sowieso kaum vorhandene Spannungsbogen nicht mehr wichtig.
5.     Cover: Das Cover ist genauso wie die anderen unglaublich schön gestaltet und strahlt von innen. Zusammen ist die Reihe wunderschön im Bücherregal.
6.     Ende: Das Ende wird durch die Vorhersehbarkeit zerstört. Das Ende nach dem Plottwist ist meiner Meinung nach auch etwas schwierig, da ich mir etwas Überraschendes und vielleicht auch Neues gewünscht hätte. Vielleicht auch eine  Zukunftsblende. Aber man kann ja nicht alles haben.
7.     Bewertung:

1.     Handlung:        15  / 40
2.     Schreibstil:        4  / 15
3.     Charaktere:       4 / 20
4.     Umsetzung:      4 / 10
5.     Cover:                 5  / 5
6.     Ende                    3 / 10

                                                    35  / 100

Gesamtwertung:   3.5 P
Genrewertung:      4 P

Verlag Link: Piper Verlag

Montag, 5. Juni 2017

Hamlet - William Shakespeare


Hamlet

Genre: Drama
Autor: William Shakespeare
Verlag: Fischer
Preis: 8€
Seiten: ca. 150
ISBN: 978-3596900343

http://www.fischerverlage.de/media/fs/15/978-3-596-90034-3.jpg
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1.     Handlung: Im Mittelpunkt der 1602 uraufgeführten Tragödie steht Hamlet, der junge Prinz Dänemarks, der aufgerufen ist den Mord an seinem Vater zu rächen. Mit Intrigen versucht Claudius der unrechtmäßige König den Thron und seine Ehre zu retten.
2.     Schreibstil: Wie ich bei Klassikern immer sage: Ich bin keine Fachfrau und kann deshalb nur als Laie bereichten.
Versform und epische Form wechseln sich ab. Man muss natürlich Zeit investieren dieses Buch (Theaterstück) zu lesen, da wir heutzutage diese Sprache nicht mehr gewöhnt sind. Man kommt also nicht drum herum Abschnitte doppelt zu lesen und auch mal das Internet zu rate zu ziehen.
3.     Charaktere: Die Charaktere waren sehr interessant und jeder hatte seine spezifische Rolle zu spielen. Vor allem Hamlet faszinierte mich mit seinen ausschweifenden Monologen. Auch die Geliebte Ophelia durchläuft eine große Entwicklung. Die Charaktere versuchen sich gegenseitig gegeneinander auszuspielen und ihre eigenen Ziele zu verfolgen. Daraus ergeben sich allerdings auch Opfer er Ränkespiele.
4.     Umsetzung: Die Tragödie besteht aus 5 Akten, bei denen der 5. Der finale und entscheidende ist. Der Erste dient als Exposition. Der Spannungsbogen spannt sich nicht nur darüber sondern steigt stetig, bis er abrupt endet. Man kann kaum atmen so sehr fesselt die Geschichte durch diesen Aufbau.
5.     Cover: klassisch Klassiker
6.     Ende: Das Ende war einer solchen Tragödie passend. Natürlich nicht in allen Einzelheiten beschrieben, da es ein Theaterstück ist. Aber eben noch hochdramatisch und endgültig. Danach folgt ein meiner Meinung nach charmanter Ausklang mit einem Hoffnungsschimmer.
7.     Bewertung:

1.     Handlung:           30 / 40
2.     Schreibstil:         15 / 15
3.     Charaktere:        18 / 20
4.     Umsetzung:        10 / 10
5.     Cover:                     3/ 5
6.     Ende                     10/ 10

                                                        8,6 / 100

Gesamtwertung:   8.6 P
Genrewertung:      9 P

An dieser Stelle möchte ich noch einmal eine absolute Empfehlung aussprechen für dieses Buch wenn man mit Klassikern anfangen möchte oder auch mit Shakespeare. Das Buch ist relativ kurz und man kann selber entscheiden wie tief man in die Materie eindringen möchte. Das funktioniert auch wunderbar ohne Lektüreschlüssel (kommt auf die Tiefe an) und nur mit einer Zusammenfassung. Also, wer mit Klassikern anfangen möchte, Hamlet eignet sich.

Sonntag, 4. Juni 2017

Film vs. Buch: In die Wildnis – Alleine nach Alaska


Film vs. Buch

Film
Buch
Produzent: Sean Penn
Filmstudios: Universum Film GmBH
Länge: 148 min
Preis: 6,50€
Schauspieler: Emile Hirsch
Autor: Jon Krakauer
Verlag: Piper
Seiten: ca.300
Preis: 10€
ISBN: 978-3492250672

Film und Buch unterscheiden sich und das in ihrem gesamten Aufbau und auch der Intention. Wenn man also vom Film begeistert und total berührt ist, dann wird man vom Buch enttäuscht sein. Wer allerdings zuerst das Buch liest ohne Erwartungen und aus Interesse am „Aussteigertum“ wird vielleicht begeistert sein.
Erst einmal zum Inhalt: Es geht um Chris McCandless, der sich in der Gesellschaft unverstanden und unwohl fühlt und aufgrund dessen aussteigt. Er begibt sich dafür auf eine abenteuerliche Reise in die Natur, die natürlich auch einige Gefahren birgt. (für mehr Informationen meine Buchkritik hier).
Der Film begleitet Chris McCandless auf seinem gesamten Lebensweg. Von seiner Geburt bis zu seinem Erwachsenenleben. Diese Abschnitte werden auch einzeln im Film betitelt. Zudem verläuft der Film durch zwei Zeitebenen hinweg chronologisch um Gegensatz zum Buch. Der Film setzt sehr stark auf Emotionen. Man identifiziert sich mit Chris und kann jede seiner Entscheidungen nachvollziehen. Das Buch hingegen beschreibt eher sachlich die einzelnen Stationen von Chris aus der Sicht seiner Freunde, die er auf dem Weg trifft und die ihre Erlebnisse in Interviews darstellen.
Der Film ist sehr philosophisch und lässt einem viel Raum zum Nachdenken. Das Buch vertritt sehr stark die Auffassung des Autors, die allerdings auch differenziert dargestellt wird. Er bezieht dabei auch auf andere Meinungen mit ein und doch wird unmissverständlich deutlich welcher Meinung Krakauer ist. Zudem stellt das Buch die Auswirkungen auf die Umwelt von Chris da. Das lässt das Buch fast vollkommen aus.  Auch andere Aussteiger werden in dem Buch erwähnt und mit Chris verglichen, allerdings nicht im Film, da dort ihr die Geschichte erzählt werden möchte.
Das Buch ist also eher argumentativ als erzählend und bildet somit eine Art Ergänzung zum Film, aber keine 1:1 Grundlage. Daraus wäre nämlich eine Dokumentation entstanden.
Alles in allem muss ich sagen, dass mich der Film sehr berührt hat und ich aufgrund dessen unbedingt das Buch lesen wollte. Ich hatte leider vollkommen falsche Erwartungen fand das Buch aber auch nicht schlecht. Schade ist, dass auch der Klappentext andere Erwartungen schürt. Vielschichtiger ist sicherlich das Buch. Es beleuchtet mehrere Seiten und auch die Folgen die aus einem Handeln entstehen können, aber der Film ist unbestreitbar um ein vielfaches fesselnder und unterhaltender. 

Link zum Buch: In die Wildnis
Link zum Film: Into the Wild

In die Wildnis – Alleine nach Alaska - Jon Krakauer


In die Wildnis – Alleine nach Alaska

Genre: Abenteuerroman/Sachbuch
Autor: Jon Krakauer
Verlag: Piper Verlag
Preis: 10 €
Seiten: ca. 300
ISBN: 978-3492250672

In die Wildnis
Bildquelle
    1.   Handlung: Chris McCandless Leiche wurde im August 1992 im Eis von Alaska gefunden. Doch warum war Chris McCandless ganz alleine in der Wildnis gestorben? Er hatte einen Ausstieg aus der für ihn vergifteten Gesellschaft gewagt, doch um den schrecklichen Preis des Todes.
Jon Krakauer, Wissenschaftsjournalist für amerikanische Zeitschriften (z.B. Outside), vergleicht dieses Schicksal und die Sehnsüchte dieses Mannes mit anderen Aussteigern.
2.     Schreibstil: Jon Krakauers Schreibstil ist sehr besonders, da er in erster Linie Journalist ist und kein Schriftsteller. In seinem Bestseller In eisige Höhen fielen diese Feinheiten nicht so stark auf, da es seine eigenen Erlebnisse waren. Dadurch konnte er an vielen Stellen auch emotionaler schreiben und das konnte dem Buch Leben einhauchen. In In die Wildnis kommt er allerdings kaum über die Sachlichkeit hinweg.
Es gibt zudem viele Zitate, entweder von Chris selber aus seinen Tagebüchern und Postkarten, von Autoren die Chris liest oder auch von vergleichbaren Aussteigern. Diese Zitate sind auch immer passend ausgewählt, aber natürlich machen sie es auch schwer der Geschichte von Chris weiter zu folgen. Auch der Schreibstil ist in dieser Hinsicht nicht wirklich unterstützend, da er den Leser nicht fesselt, eher informiert. Es ist schwer dranzubleiben, wenn einen die Thematik an sich nicht vollkommen fasziniert.
3.     Charaktere: In dem Buch kann man den Charakteren leider nicht wirklich viel Bedeutung beimessen, da das Buch nicht die Geschichte von Chris McCandless erzählt, sondern eher eine Art Argumentation für Chris Entscheidung ist. Auch die Nebencharaktere sind im Grunde nur Begleiter auf seinem Weg in die Wildnis und werden an manchen Stellen sogar als Interviewpartner Krakauers dargestellt. Zudem sind es selbstverständlich alles echte Personen an welchen nicht erfunden ist.
Ich beziehe die Kategorie trotzdem mit ein, da der Buchrücken andere Erwartungen schürt. Die Charaktere sind alle relativ kalt und nüchtern dargestellt. Das mag daran liegen, dass Krakauer den echten Personen nicht irgendetwas andichten wollte, führt allerdings dazu, dass man sich als Leser nicht identifizieren kann und Beobachter bleibt.
4.     Umsetzung: Um Grunde wird Chris McCandless Reise anhand von Tatsachen und Interviews dargestellt. Aber es ist auch anstrengend aufgrund eines aufzählungshaften Schreibstils bei welchen die Stationen von Chris Reise nach Alaska nur beschrieben werden. Allerdings finde ich die Reihen folge der einzelnen Szenen sehr gut gewählt und daran erkennt man Krakauers Niveau.
Störend fand ich allerdings auch, dass unzählige Vergleiche zu anderen Aussteigern gezogen werden, sowie auch mit Krakauer selber. Dadurch entfernt man sich von Chris als Hauptfigur. Diese Schilderungen sind auch sehr lang und nehmen dadurch die Spannung, die sowieso kaum entsteht, da man den Ausgang schon von Anfang an kennt. Zudem wirkt das ganze Buch wie eine Argumentation für Chris Entscheidung und es wird auch nicht wirklich offen gelassen wie man selber dazu stehen kann, da die Meinung Krakauers sehr stark durch kam.
5.     Cover: Filmcover, welches sehr gut für den Film passt, aber nicht für das argumentationsartige Buch.
6.     Bewertung:

1.     Handlung:           30 /40
2.     Schreibstil:         10 / 25
3.     Charaktere:          4 / 10
4.     Umsetzung:       10 / 20
5.     Cover:                    2 / 5

                                                        56 / 100

Gesamtwertung:   5.6 P
Genrewertung:      7 P

Verlag Link: Piper Verlag

Sonntag, 28. Mai 2017

Die Vermessung der Welt – Daniel Kehlmann


Die Vermessung der Welt

Genre: Roman...mit Humor Einschlag
Autor: Daniel Kehlmann
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
Preis: 10€
Seiten: ca. 300
ISBN: 978-3499241000

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1.     Handlung: Das Thema des Buches stellt eine fiktive Doppelbiographie dar. Es geht um den Mathematiker Carl Friedrich Gauß und den Naturforscher Alexander von Humboldt, die sich in ihren Ansichten sehr unterscheiden. Es wird ihre Kindheit in Ausschnitten, genauso wie ihre anderen Lebensabschnitten geschildert. Am Ende und auch schon am Anfang (Zeitsprung) treffen die beiden sehr unterschiedlichen Hauptcharaktere aufeinander und alles fügt sich zusammen.
2.     Schreibstil: Der Schreibstil ist extrem besonders. Das Buch ist nicht trocken, wie es nach der Handlungsbeschreibung zu sein scheint. Es gibt eine Art hintergründigen Humor, der sich an wenigen Stellen äußert und doch unglaublich gut eingefädelt. Er kommt immer an den richtigen Stellen, aber man wird nicht direkt darauf gestoßen und muss hinter eine Ecke denken. Ansonsten sind einige Naturphänomene vielleicht etwas langatmig geschildert, aber mehr kann man wirklich nicht daran aussetzen.
3.     Charaktere: Die beiden Hauptcharaktere sind sogenannte Gegenpole, doch zum Ende des Buches kommen sie immer mehr zusammen und man sieht auch die Ähnlichkeiten. Am Anfang wirkt Gauß extrem unsympathisch und kommandiert seinen Sohn herum, dass hört auch nicht auf, allerdings erfährt man die Gründe. Alexander von Humboldt und seine Beziehung mit seinem Bruder stehen in dem ersten Kapitel im Vordergrund. Diese wird nachher auch noch interessant aufgegriffen und löst sich so auf wie die Beziehung von Gauß und seinem Sohn.
4.     Umsetzung: Die Umsetzung ist sehr interessant. Im Grunde gibt es eine sogenannte Rahmenhandlung. Diese schildert das Aufeinandertreffen von den beiden Hauptcharakteren. Die Zwischenhandlung beschreibt die Lebenswege und Errungenschaften der beiden. Das Ende, führt diese Handlungen wieder zusammen. Erklärt den ersten Teil und die Hauptcharaktere kommen sich näher. Also ein sehr interessante Umsetzung, die nicht langweilig wird. Zudem sind die Dialoge am Ende extrem anders aufgebaut. Zum Beispiel reden Personen aneinander vorbei. Das macht richtig Spaß zu lesen.
5.     Cover: Das Cover finde ich persönlich recht langweilig. Vielleicht etwas zu erwachsen.
6.     Ende: Das Ende hat mir um ehrlich zu sein nicht ganz so gut gefallen. Ich fand es zum einen irgendwie total schön und besonders ein Satz wird mir ewig im Gedächtnis bleiben, aber ich hätte auch gerne noch einmal erfahren was aus Gauß und Humboldt wird. Allerdings muss ich festhalten, dass das reine Geschmackssache ist.
7.     Bewertung:

1.     Handlung:           35 / 40
2.     Schreibstil:         13 / 15
3.     Charaktere:        18 / 20
4.     Umsetzung:        10 / 10
5.     Cover:                    2 / 5
6.     Ende                      7 / 10

                                                        85 / 100

Gesamtwertung:   8.5 P
Genrewertung:      8.5 P


Es tut mir leid, dass so lange kein Rezensionen mehr online kamen, allerdings hatte ich sehr viele Proben für ein großes Konzert um dementsprechend wenig Zeit.